Gemeinschaft

Hier beantworten wir häufige Fragen über die Gemeinschaft und das Miteinander in Weda Elysia.

Ökodorf oder Kommune?

 

Ein Beitrag von Christa Jasinski

Darüber könnte ich ein ganzes Buch schreiben. Ich beschränke mich deshalb auf den wichtigsten Unterschied.

Die Grundlage einer Siedlung mit Familienlandsitzen ist, wie der Name schon sagt, die Familie.

Jedem Menschen dieser Erde steht ein Stück Land schon von seiner Geburt an zu! Ein Stück Land, auf dem er wirklich zu Hause ist und von wo aus er seine Persönlichkeit entfalten kann. Menschen, die ohne Wurzeln sind, die keinen Bezug zu einem ganz bestimmten Stück Natur haben das sie selber gestalten, entfremden sich auch von der Natur. Sie wissen nicht, was es bedeutet, wenn man aus dem Haus geht in ein kleines Stückchen Natur, das man während seines ganzen Lebens vervollkomnet. Es ist ein Raum der Liebe. Das sagt alles aus. In einem Raum der Liebe sollte ein Kind geboren werden und hier sollte es groß werden. In einem Raum der Liebe wurde die Nachgeburt des Kindes unter einem ganz bestimmten Baum vergraben. In einem Raum der Liebe hat ein Kind alle Chancen, eine starke, liebevolle Persönlichkeit zu werden, die für die gesamte Menschheit eine Bereicherung ist.

Von hier aus kann der Mensch alle Möglichkeiten der eigenen Entfaltung wahrnehmen und hierhin kann er sich stets zurückziehen, wenn er den Rückzug benötigt. Dieser Raum der Liebe ist ein heiliger Ort für jeden einzelnen, hier kommt der Mensch am ehesten in ein Gespräch mit seinem göttlichen Ursprung.

Hier in diesem Garten sollte sich die werdende Mutter aufhalten, so oft es ihr nur möglich ist. Weil sie hier die größte Geborgenheit erfährt, weil sie hier ihre vertraute Umgebung hat und weil dieser Garten ihr alles gibt, was sie benötigt – neben der Liebe ihres Mannes. Hier kennt sie jede Pflanze und geht in Kommunikation mit ihr, hier kennt sie die Tiere, die für sie da sind – denn das ist gemeint mit der Aussage, dass die Tiere dem Menschen untertan seien. Tiere sind als unsere Helfer da und sie helfen dem Menschen gerne. Wer es wirklich einmal versucht hat, der weiß, dass man sogar mit den Bienen und Hummeln im Garten in ein „Gespräch“ kommen kann, wenn man es wirklich möchte.

Jede Pflanze, mit der ich kommuniziere, weiß, was für mich gut ist und wird bestrebt sein, falls es eine essbare Pflanze ist, mir die Nährstoffe zukommen zu lassen, die ich benötige. Nur hier in ihrem Garten der Liebe bekommt der Mensch alle Vitalstoffe, die er benötigt, um zu völlig gesund zu sein. Wenn die Bewohner oft barfüßig durch den Garten gehen, dann geben sie Schweiß an den Boden ab und darin sind alle Informationen über sie enthalten, sie werden gespeichert und die Pflanzen werden mit ihrem Vitalstoffgehalt entsprechend reagieren. Alles im Weltall unterliegt solch einer Interaktion.

Die Bedeutung des eigenen Gartens ist mit nichts Anderem in unserer materiellen Welt aufzuwiegen. Damit meine ich einen Garten, der wirklich diesen Namen verdient, kein handtuchkleines Grundstück, wie wir sie in der Regel haben. Das Grundstück sollte mindestens ein Hektars groß sein. Es soll den Menschen einhüllen wie eine wunderschöne flauschige Decke, es soll ihm Geborgenheit und Heimat geben, es soll die Tiere beherbergen, die dem Menschen dienen und es soll seine Ernährungsgrundlage bilden. Hier kann der Mensch Schöpfer sein im Einklang mit dem gesamten Universum.

Der Garten der Liebe kann nach dem Tode an ein anderes Familienmitglied weiter gegeben werden und wenn dann die Familie auf diesem Landsitz zusammen kommt, dann erinnert man sich daran, dass der Ururgroßvater diese Eiche schon gepflanzt hat und dann kann es vorkommen, dass plötzlich ein kleines Kind sagt: "Ich hatte sie genau dorthin gepflanzt, weil ich es liebte, wenn ich Nachmittags im Schatten einer Eiche liegen kann und diese Eiche ihren Schatten genau an die Stelle wirft, die mir am Liebsten war."

Die Interaktion zwischen Menschen und ihrem Landsitz ist nicht auf die stofflichen Informationen begrenzt. Der energetische Austausch ist noch wesentlich intensiver. Megre beschreibt in „Tochter der Taiga“ ein Experiment, dass Anastasia mit ihm gemeinsam machte.

Anastasia sagte zu Megre, nachdem er völlig entspannt auf dem Boden lag: „Lausche jetzt bitte auf die Geräusche der Umgebung.“ Ich lauschte, und ich vernahm eine Vielfalt von Geräuschen, die sich in Klangfarbe, Rhythmus und Dauer unterschieden.
Ich begann sie laut aufzuzählen: der Gesang der Vögel von den Bäumen, das Flattern ihrer Flügel, das Zirpen und Surren der Insekten im Gras und das Rauschen der Bäume. Dann schwieg ich lauschend und es war für mich angenehm und interessant.
„Du hast noch nicht alles genannt“, bemerkte Anastasia.
„Doch“, erwiderte ich. „Nun ja, vielleicht habe ich etwas Unbedeutendes vergessen oder überhört.“
„Wladimir, hörst du denn nicht, wie mein Herz schlägt?“, fragte mich Anastasia.
Tatsächlich, auf ihren Herzschlag hatte ich nicht geachtet.
„Doch“, erwiderte ich eilig,“natürlich höre ich es, sehr deutlich sogar. Es schlägt ruhig und gleichmäßig.“
„Und nun achte auf die Intervalle zwischen den verschiedenen Geräuschen. Wähle einige, die gut hörbar sind, und versuche sie dir zu merken.“
Ich wählte das Zirpen eines Insekts, das Krächzen einer Krähe sowie das murmelnde Plätschern eines Baches.
„Jetzt werde ich meinen Herzschlag beschleunigen und du hörst zu, was um uns herum geschieht.“
Anastasias Herz schlug schneller und daraufhin nahmen auch die Frequenz und der Rhythmus der anderen Geräusche zu.
„Erstaunlich!“, rief ich. „Einfach unglaublich! Reagieren sie damit etwa auf den Takt Deines Herzens?“
„Ja, absolut alle tun das: der kleine Grashalm, der große Baum und auch die Insekten. Alle reagieren auf die Änderung des Rhythmus meines Herzens. Bei den Bäumen beschleunigen sich die inneren Prozesse, und sie erzeugen mehr Sauerstoff.“
„Reagieren alle Pflanzen und Tiere so, die in der Umgebung von Menschen leben?“, fragte ich.
„Nein. In eurer Welt wissen sie nicht auf wen sie reagieren sollen. Ihr habt keinen Kontakt zu ihnen, ja ihr versteht noch nicht einmal den Sinn und Zweck dieses Kontaktes. Ihr teilt ihnen nicht genügend Informationen über euch mit. Die Wechselbeziehung zwischen den Pflanzen und Menschen kann es nur auf den kleinen Gartengrundstücken geben, vorausgesetzt, die Menschen versehen die Samen mit Informationen von sich und pflegen einen bewussten Austausch mit den Pflanzen, so wie ich es dir beschrieben habe. Wenn du möchtest, kann ich dir zeigen, was ein Mensch empfindet, der einen solchen Kontakt pflegt. Soll ich?“
„Natürlich möchte ich das. Und wie willst du das tun?“
„Ich werde jetzt den Rhythmus meines Herzens dem Deinen anpassen, und du wirst es spüren.“
Sie steckte ihre Hand unter mein Hemd, wobei sich ihre Handfläche leicht gegen meine Brust drückte, und allmählich begann sich ihr Herzrhythmus dem meinen anzupassen. Was dann geschah, war wie ein Wunder: ich fühlte ungewöhnlich glücklich und geborgen, als wäre ich im Kreise meiner lieben Verwandten und meiner Mutter. Körperlich fühlte ich mich wohl und gesund, und in der Seele zufrieden und frei. Ich sah die Welt mit anderen Augen. Die ganze Skala der umgebenden Geräusche und Töne liebkoste mich und eröffnete mir die Wahrheit, die ich noch nicht völlig erkennen und nur intuitiv erahnen konnte. Alle Gefühle der Freude und Seligkeit, die ich je im Leben erfahren hatte, vereinigten sich nun zu einer wunderbaren Emotion. Es war wohl das, was man Glück zu nennen pflegt.
Sobald Anastasia den Rhythmus ihres Herzens änderte, verschwand nach und nach dieses Gefühl. Ich bat Anastasia: „Mach es bitte noch einmal, Anastasia!“
„Ich kann es nicht so lange tun. Ich habe doch meinen eigenen Rhythmus!“
„Wenigstens ein bisschen“, bat ich.
Nochmals schenkte mir Anastasia für eine Weile das Gefühl des Glücks, dann aber war alles vorbei und was übrig blieb, war nur ein angenehmes, beschwingtes Gefühl der Erinnerung. Einige Zeit schwiegen wir, dann wollte ich Anastasias Stimme wieder hören und fragte sie: „Ist es den ersten Menschen Adam und Eva wohl ebenso gut ergangen? Man legt sich hin und genießt, man führt ein herrliches Leben, frei von Sorgen, man hat alles, was man braucht.

Soweit der Auszug aus dem Buch. Dieses Erlebnis von Megre zeigt ganz deutlich, was für ein Unterschied existiert zwischen der Natur, die sich mit den dort lebenden Menschen verbunden hat und der Natur besteht, die sich mit keinem Menschen verbinden kann – entweder, weil es dort keine Menschen gibt, oder, weil es dort zu viele Menschen auf einem Raum leben, so dass sich keine Pflanze auf bestimmte Menschen einstellen kann.

Liebe und Spiritualität haben nicht nur den Einzug in unsere Herzen verdient, sondern sie sollten sich auch auf unsere Umgebung auswirken. Der Landsitz des Menschen ist ein kosmisches Feld, das uns mit dem All verbindet. Auf dieses kosmische Feld reagieren alle Himmelskörper des Universums und es reagiert auf uns – auf die Energie der menschlichen Gefühle.

Jeder Gegenstand auf dem Landsitz – selbst ein Stein – birgt die Information der Bewohner in sich. Ihre Energetik ist hier gespeichert und sie liegt wie eine energetische Glocke über dem Stück Heimat der dort lebenden Menschen. Hohe Mauern oder Zäune benötigt dann keiner. Es reicht, wenn das Grundstück mit einer lebendigen, grünen Hecke eingefriedet wird. Diese Hecke und alles, was dahinter wächst, schützt die Menschen, die dort leben, vor allem Arten negativer Erscheinungen für den menschlichen Leib und die Seele.

Die Siedlung mit Familienlandsitzen ist also eine Ansammlung vieler „Räume der Liebe“. Das geht weit über das hinaus, was andere Lebensgemeinschaften oder Ökodörfer sind.

Worin unterscheidet sich Weda Elysia von anderen Gemeinschaften?

 

In Weda Elysia leben wir in Eingenfairantwortung; für den persönlichen Bereich, das Selbst, die Familie, das Land und die Gemeinschaft. An erster Stelle, stehen dabei die eigene Fairsorgung und die eigenfairantwortliche Entwicklung. Die Gemeinschaft gibt keine Aufgabenbereiche vor. Ebenso wenig gibt es eine Erwartungshaltung oder eine Beurteilung über den Einsatz eines Einzelnen. Wir gehen davon aus; dass jeder genau das macht, was für ihn stimmig ist und damit zum Wohle der Gemeinschaft beiträgt.

Wie groß soll die Gemeinschaft werden?
 

Da wir eine sehr umfangreiche Autarkie planen, welche über die Grundbedürfnisse hinausgeht, braucht die Gemeinschaft entsprechend viele Menschen, um ein sehr breites Spektrum an beruflichen Fähigkeiten abdecken zu können. Allein der Häuserbau wird mehr als eine handvoll tätiger Personen brauchen, um schon aufgrund der Jahreszeiten angemessen voranzukommen. So wünschen wir uns 100 und mehr Fam. in unserer Siedlung. Da auf jedem Landsitz mit der Zeit rund 3 Generationen leben werden und wir im Durchschnitt 5-7 Menschen pro Landsitz rechnen, können es also 500 bis 700 Menschen sein.

Neigen die Beziehungen zwischen den Menschen in so einer großen Gemeinschaft nicht zur Oberflächlichkeit?

 

Viele Menschen, die auf der Suche nach Gemeinschaft sind, suchen mehr Miteinander, so auch wir. Wer jedoch erst einmal in Gemeinschaft ist, stellt fest, dass dieses Miteinander keine einheitliche Qualität besitzt, sondern vollkommen unterschiedliche Erfahrungen zulässt. Das liegt sowohl an den unterschiedlichen Mentalitäten als natürlich ebenso an den unterschiedlichen persönlichen Verhältnissen zwischen den Menschen. Wie auch in der Gesellschaft gibt es immer Personen zu denen man sich mehr hingezogen fühlt als andere und auch solche, mit denen man nicht viel zu tun haben möchte. Ebenso können sich auch diese Verhältnisse ändern.

Der Grund ist relativ einfach, denn es besteht immer dort eine verbindende Resonanz zwischen Menschen, die sich etwas zu geben haben. So ist es wichtig Offenheit und Freiheit im persönlichen Zusammenkommen zuzulassen. Es ist gut gemeinsames Miteinander, gegenseitiges Unterstützen und das Interesse füreinander zu fördern. Dies geschieht durch Gemeinschaftsprojekte und den Austausch von Waren und Dienstleistungen. Der Umfang der persönlichen Beziehungen zu anderen Menschen oder Landsitzen, bleibt jedoch jedem selbst überlassen. Lediglich für das Leben auf einem gemeinsamen Landsitz ist es von Vorteil, eine gute und enge Verbindung zu haben.

Wieso soll sich jeder in den Grundbedürfnissen selbst versorgen?

 

Dies hat eine ganze Reihe von Gründen. Auf der einen Seite ist mit der Selbstfairsorgung stark die Eigenfairantwortung und Unabhängigkeit für die eigene Lebensgrundlage verbunden. Nach eigenen Erfahrungen, die wir gemacht haben, tendieren Menschen in Gemeinschaften, bei denen viele Personen für den Erhalt der Lebensgrundlage der gesamten Gemeinschaft verantwortlich sind, zur gegenseitigen Überwachung. Dies führt nicht selten zu Konflikten durch bewerten, vergleichen und urteilen der Tätigkeiten anderer, in Bedacht darauf, gewisse Erwartungen von einem Kern der Gemeinschaft zu erfüllen.